Regionalranking 2006

    FAQ - INSM-Regionalranking

    Warum sind nicht alle Indikatoren aus dem Jahr 2005?

    Um die einzelnen Kreise vergleichen zu können, müssen sämtliche Werte für einen Indikator aus einer gemeinsamen Datenquelle stammen. Dies ist bei einigen Indikatoren für das Jahr 2005 nicht der Fall, auch wenn diese Werte für bestimmte Kreise vereinzelt vorliegen. Ohne diese Vorgehensweise würde es zu Verzerrungen kommen und

    Was ist der Unterschied zwischen "Kaufkraft" und "Verfügbarem Einkommen"?

    Die Kaufkraft ist hier definiert als Bruttolohnsumme am Wohnort je Einwohner und nicht zu verwechseln mit dem Verfügbarem Einkommen je Einwohner. Dies beinhaltet neben den Bruttolohnsummen auch Einkommen aus allen anderen Einkunftsarten wie selbstständiger Arbeit, Kapitalanlagen, Vermietung und Verpachtung, Renten etc. sowie Transferleistungen wie Arbeitslosengeld I und II und sonstige Hilfeleistungen.

    Was bedeutet Einkommensteuerkraft?

    Die Gemeinden erhalten 15 Prozent des Aufkommens der Lohn- und veranlagten Einkommensteuer sowie 12 Prozent des Aufkommens aus dem Zinsabschlag. Diese Summe geteilt durch die Anzahl der Einwohner eines Kreise oder einer kreisfreien Stadt ergibt die Einkommensteuerkraft.

    Warum wird die Arbeitslosenquote von Oktober 2005 und nicht der Jahresdurchschnitt ausgewiesen?

    Der Grund dafür ist, dass vor der Hartz-IV-Reform (zum 01.01.2005) nicht alle erwerbsfähigen Sozialhilfeempfänger arbeitslos gemeldet waren. Jetzt ist diese Personengruppe Arbeitslosengeld-II-Empfänger und damit als arbeitslos registriert. Da früher die Registrierungsquoten und die Anteile der Sozialhilfeempfänger an allen Hilfeempfängern regional unterschiedlich waren, kann das zu Verzerrungen der Arbeitslosenquote in den ersten drei Quartalen 2005 geführt haben. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) kann der Oktoberwert 2005 als "bereinigt" angesehen werden.

    Was ist der Unterschied zwischen "Einkommen" und "Kaufkraft"?

    Das Einkommen ist ein Indikator für die Wirtschaftskraft und wird direkt am Arbeitsort gemessen. Die Kaufkraft als Wohlstandsindikator wird dagegen am Wohnort erhoben. Ein Arbeitnehmer, der im Kreis A arbeitet, aber im Kreis B wohnt, erwirtschaftet im Kreis A sein Einkommen, die Kaufkraft wird allerdings dem Kreis B zugerechnet. Das Einkommen ist dabei definiert als durchschnittliche Bruttolohnsumme je sozialversicherungspflichtig Beschäftigtem, die Kaufkraft als durchschnittliche Bruttolohnsumme je Einwohner.

    Was ist der Saldo aus Gewerbeanmeldungen und -abmeldungen?

    Dieser Indikator wird berechnet aus der Differenz von Gewerbeanmeldungen und Gewerbeabmeldungen und anschließend auf 1.000 Einwohner normiert.

    Beispiel:
    Kreis A hat 80.000 Einwohner. Im Jahr 2005 wurden 700 neue Gewerbe angemeldet und 300 abgemeldet. Der absolute Saldo beträgt 400, auf 1.000 Einwohner bezogen also 5.

    Was sind schnell wachsende Branchen?

    Diese Branchen sind dadurch gekennzeichnet, dass die Zahl ihrer sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zwischen 2000 und 2005 mindestens 15% schneller als der Bundesschnitt aller Branchen gewachsen ist. Zu diesen Branchen gehören mit dem Kredit- und Versicherungsgewerbe verbundene Tätigkeiten, Datenverarbeitung und Datenbanken sowie anderweitige wirtschaftliche Dienstleistungen wie juristische, steuerliche oder technische Beratung.

    Warum gehen hohe Arbeitskosten negativ in das Ranking ein?

    Die Arbeitskosten gehören zur Indikatorengruppe Standort und sind somit als Standortfaktor für Unternehmer relevant. Niedrige Arbeitskosten können für Unternehmen ein Anreiz sein, an diesem Standort zu investieren. Um die Höhe der Arbeitskosten bewerten zu können, kann man sie in Relation zur Produktivität setzen (Produktivitäts-Lohn-Relation). Ein Kreis mit tendenziell höheren Arbeitskosten, sollte auch eine vergleichsweise höhere Produktivität aufweisen.

    Was ist das Pendlereinkommen?

    Das Pendlereinkommen wird berechnet aus der Differenz von Bruttolohnsumme am Arbeitsort und der Bruttolohnsumme am Wohnort und anschließend auf 1.000 Einwohner normiert.

    Beispiel:
    Kreis A hat 80.000 Einwohner. Im Jahr 2005 wurde von den Beschäftigten insgesamt (mit Wohnsitz im Kreis A oder anderen Kreisen) in diesem Kreis eine Bruttolohnsumme von 400 Mio. Euro erwirtschaftet (Arbeitsort). Die Beschäftigten mit Wohnsitz in diesem Kreis erwirtschaften im gleichen Zeitraum 600 Mio. Euro im Kreis A oder in anderen Kreisen (Wohnort). Die Differenz von Bruttolohnsumme am Arbeitsort und der Bruttolohnsumme am Wohnort beträgt also insgesamt -200 Mio. Euro. Bezogen auf einen Einwohner liegt das Pendlereinkommen im Kreis A demnach bei -2.500 Euro. Der Kreis ist demnach eher ein "Wohnort" als ein "Arbeitsort". Aufgrund der Pendlerstrukturen in Deutschland ist das Pendlereinkommen von Städten in der Regel höher, als das von Landkreisen.

    Was fällt unter kommunale Schulden?

    Hier sind nur die Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbänden sowie deren Eigenbetriebe. Eigenbetriebe können z.B. sein: Kommunale Betriebe der Abfall- und Versorgungswirtschaft, Krankenhäuser, Bäder, Volkshochschulen, etc. Verbindlichkeiten der Länder oder des Bundes sind somit nicht in der Berechnung enthalten.

    Was bedeutet "bereinigt um Kommunalisierungsgrad" bei den öffentlich Beschäftigten?

    Bundesländer weisen unterschiedliche Kommunalisierungsgrade auf. Das Verhältnis zwischen Landesbeschäftigten und Gemeindebeschäftigten variiert bundesweit. Für jedes Bundesland wurde daher aus dem Verhältnis der jeweiligen Beschäftigtenrelation zu der bundesdurchschnittlichen Beschäftigtenrelation ein Faktor gebildet. Die Beschäftigten der jeweiligen Gemeinden und Gemeindeverbände (als Vollzeitäquivalente) wurden mit diesem Faktor entsprechend korrigiert, so dass dadurch länderspezifische Beschäftigtenunterschiede normiert werden konnten.